Blutuntersuchungen


LTT-LymphozytenTransformationsTest

Der Lymphozytentransformationstest wird nur in speziell ausgestatteten Laboren durchgeführt.

Durch den Lymphozytentransfertest kann nachgewiesen werden, ob es zum gegenwärtigen Zeitpunkt immunologische Sensibilisierungen gegen  Zahn-Werkstoffe, wie Amalgam, Metalle,  Kunststoffe (für Prothesen, Schienen) oder andere Füllmaterialien, gibt. Dazu werden in nach DIN 15189 arbeitenden Laboren (in einem speziellen Verfahren aufbereitetes)  Blut und dentale Materialien zusammengebracht. Reagieren die T- Lymphozyten auf das eingebrachte Material liegt eine Sensibilisierung vom Spättyp vor. T-Lymphozyten- Reaktionen laufen prinzipiell verzögert ab, d.h. 24-72 Stunden nach Antigenkontakt (=Spättyp). Man kann davon ausgehen, dass lokale Symptome im Mundraum, aber noch häufiger körperliche Symptome wie Schmerzen (Muskel-, Kopf-, Gelenk-), Entzündungen, Neuralgien, Fibromyalgie, gesteigerte Müdigkeit, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen auf diese andauernde Immunreaktion zurückzuführen sind.



BDT-Basophilen-Degranulations-Test

Der BDT kann sinnvoll sein, wenn überprüft werden soll, ob es auf zahnärztliche Kunststoffe, Klebstoffe (zur Befestigung von Keramikinlays und anderen Zahnersatz) allergische Reaktionen gibt. 

Durch den BDT erkennt man eine immunologische Sofortreaktion vom TYP 1 des Patientenblutes auf ein im Reagenzglas zugesetzten Allergens.

Dieser Test ähnelt vom Ergebnis her dem klassischen Epikutan-Test, doch es wird, im Gegensatz zum Epikutan/Pricktest, der Patient nicht mit dem Allergen kontaminiert und belastet. Dies schließt das Risiko einer anaphylaktischen Reaktion aus. 

Im Gegensatz dazu beruhen alle Sensibilisierungen auf Metalle auf eine immunologische Typ IV- Reaktionen, die über den LTT nachgewiesen wird.


Effektorzelltypisierung

Häufig zeigt ein LTT-Test auf welches Material der Körper mit einer immunologischen Schwächung reagiert. Hier sollte jedoch vorher sichergestellt sein, dass sich die Beschwerden des Patienten nach der Entfernung des verdächtigen Materials auch wirklich bessern. Die Effektorzelltypisierung wird dann in Erwägung gezogen, wenn eine Materialentfernung notwendig erscheint. Bei dieser Laboranalyse werden die Blutlymphozyten eines Patienten mit einem bestimmten Allergen stimuliert. Nach 48 Stunden misst man die sich auf diesen allergenen Reiz hin gebildeten Zytokine. Die Verteilung zwischen TH1- Effektorzellen (IFN-γ positiv= entzündungsfördernden) und regulatorischen balance-induzierenden T-Zellen (IL-10 positiv)=Treg-Zellen, gibt eine Aussage darüber, ob aktuell mit dem jeweiligen Allergen eine Entzündungsreaktion assoziiert sein kann. Bei einem Überschuss von IFN-y-Zellen ist mit einer Entzündungsreaktion zu rechnen. Bei einem ausgeglichenen Verhältnis von IFN-y zu Treg-Zellen( IL-10) geht man von einer stabilen Toleranz aus.

In der Regel ist der LLT bei allen vorbeugenden Testungen zu bevorzugen.


Titanstimulationstest

Grundsätzlich sind Allergien gegen Titan ausgesprochen selten. Jedoch sollte immer im Vorfeld von Titan-Implantationen der Titanstimulationstest durcheführt werden. Daneben ist meistens auch die Überprüfung der genetischen Entzündungsneigung sinnvoll. Ein auffälliges Ergebnis in einem der beiden Untersuchungen deutet eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für ein Titan-assoziiertes Entzündungsgeschehen an. Dieses Entzündungsgeschehen kann zu einem Implantatverlust führen. Diese Entzündungen können sowohl  in der Einheilungsphase, nach Einheilung  und in der  Implantatumgebung auftreten, sowie zu einem Herdgeschehen mit Fernwirkung im Körper führen.

Es ist nicht gleichzusetzen mit einer Allergie, bei der das Allergen grundsätzlich zu meiden wäre. Ein positiver Titanstimulationstest und/oder eine Genkonstellation für eine grundsätzlich erhöht Entzündungsneigung (High Responder Grad 3 + 4) stellt also noch keine absolute Kontraindikation für ein Titanimplantat dar. Trotzdem ist bei auffälligen Testergebnissen genau zu überlegen wie weiter vorgegangen werden soll. (s. IMD-Titanunverträglichkeit: Ein Patient mit positivem Titanstimulationstest hat ein zwölffach erhöhtes Risiko im Vergleich zur Normalbevölkerung. Trägt er zusätzlich den genetischen Entzündunsgrad 4, steigt das Risiko nochmals um das sechsfache)


Grafik-Quelle: Mit freundlicher Genehmigung des IMD-Berlin

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